Mai 28 2008
Herstellung des Portwein
Lange Reifejahre – von der Rebe bis zum funkelnden Gold im Glas
Portwein wird hauptsächlich in 3 Weinbauregionen im Douro-Tal produziert. Im Westen liegt der Baixo Corgo. Hier regnet es häufiger und der Boden ist fruchtbarer als anderswo im Lande. Im Anbaugebiet Cima Corgo sind die bekannten Weingüter mit ihren Spitzenlagen zuhause. Die Weinberge sind steil und karg und das Klima ist extremer. Das Weinanbaugebiet Douro Superior ist flächenmäßig das größte der Portweinanbaugebiete im Douro-Tal, liefert aber den wenigsten Wein.
Aber für alle Regionen gilt, dass die Lese der reifen Reben an den steilen Hängen des Douro anstrengend und schweißtreibend ist. Die Trauben werden handverlesen und inzwischen auch häufig entrappt, also von den Stielen befreit.
Vielerorts werden die Trauben noch mit den bloßen Füssen in großen Bottichen gestampft und anschließend zur Gärung angesetzt. Sobald der Most zu gären beginnt, erfolgt die eigentliche Vinierung, von den Portugiesen Benefício genannt. Dabei wird dem Most ein etwa 80%iger Brandwein oder ein 98%iges Wein-Destillat zugesetzt, der die Gärung unterbrechen soll.
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Der Zeitpunkt und die Menge des Zusatzes werden bestimmt durch die beabsichtigte Süße und den Alkoholgehalt, die der Portwein erreichen soll. In der Regel enthält ein echter Portwein zwischen 19 und 22 % Volumen Alkohol.
Durch diesen vergleichbar hohen Alkoholgehalt kann Portwein sehr lange gelagert werden. Nach durchschnittlich 6 Monaten, die der Portwein im Douro-Tal reift, wird er anschließend in die großen Kellereien nach Vila Nova de Gaia, bei Porto gebracht, wo er mindestens 2 Jahre bis zu seiner endgültigen Reife in großen Holzfässern, aber auch vermehrt in großen Stahltanks, gelagert wird. Damit die Alterung langsam von Statten geht, darf nur wenig Sauerstoff an den Wein gelangen. Erst nach 2 Jahren wird der Portwein zum ersten Mal verkostet.
Durchschnittlich gute Jahrgänge werden nach der Lagerung von 2 Jahren in Flaschen abgefüllt und „jung“ getrunken. Solche Weine, sind im Handel als Ruby oder Fine Ruby erhältlich und sind in etwa 3 Jahren ausgereift.
Hochwertigere Jahrgänge bleiben dagegen noch längere Zeit im großen Eichenfass und werden anschließend in die Pipe, einem kleinen Holzfässchen, oder in Flaschen zur weiteren Nachreife abgefüllt. Die Pipe lässt etwas mehr Luft an den Wein, als dies im großen, teilweise bis zu 20.000 Liter fassenden Holzfass möglich wäre und trägt so zu Reifung des Portweins, der dann den Namen Tawny erhält, bei. Unnachahmlich ist auch der typische Holzgeschmack, dem ein in der Pipe gereifter Portwein eigen ist.
Da diese Weine bereits Bekanntschaft mit Sauerstoff machen konnten, sind sie auch länger in angebrochenem Zustand haltbar. Allerdings sollte die Flasche nach dem Einschenken immer wieder gut verschlossen werden.
Bei der Flaschengärung dagegen gelangt fast keine Luft an den Wein, daher vollzieht sich die Reifung deutlich langsamer als im Fass. Offene Flaschen sollten möglichst bald getrunken werden, weil durch den Kontakt mit der Luft der Portwein schnell an Aroma verlieren kann.
Junger Portwein wie der Ruby, hat das fruchtige Aroma von Obst und Beeren, mit dem Alter des Portweins überwiegen dagegen die komplexeren Duftnoten von Vanille, Nüssen, Bratäpfeln oder Backpflaumen und Reihe weiterer Geschmacksvariationen, die vor allem den Tawny charakterisieren.