Mai 27 2008

Portweine

Den Engländern sei Dank! – die Entstehungsgeschichte des Portweins

Der weltberühmte, süße und samtige Portwein stammt aus dem Gebiet des Douro, einem engen Flusstal in Portugal. Wie in sehr vielen Regionen der Erde, wird auch in Portugal der Weinbau schon seit vielen Jahrhunderten kultiviert und die Kulturflächen der Reben haben auch hier die beeindruckende Naturlandschaft entscheidend mitgeprägt. Wer in das Anbaugebiet des Portweins kommt wird schnell feststellen, dass im Douro-Tal die Zeit stehen geblieben scheint. Der Wein wird noch immer sorgfältig und mit großer Liebe zum Detail in Handarbeit hergestellt. Dabei befinden sich im engen Flusstal des Douro die terrassenförmig angelegten Weingärten teilweise in schwindelerregenden Höhen.

Vor allem einheimische Rebsorten werden angebaut. Moderne, allseits beliebte Reben wie Cabernet Sauvignon oder Merlot haben hier nur geringe Chancen. Vor allem die Rebsorten Tinta Roritz, in Spanien besser bekannt als Tempranillo, oder Tinto Cao werden für die Herstellung von Portwein verwendet.

Die grandiose Naturlandschaft des Douro-Tals weist verschiedene klimatische Zonen auf. Hier ist es im Winter sehr kalt und in den Sommermonaten sehr heiß und trocken. Das scheinen die Reben zu lieben und danken es mit einem herrlichen, süffigen Wein, der die Hafenstadt Porto weltberühmt gemacht hat.

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Die Weinbauer im Tal des Douro kamen schon im ausgehenden 13. Jahrhundert auf die Idee, durch die Zugabe einer geringen Menge Branntwein den Gärungsprozess ihres Weines zu beeinflussen. Die Süße des Portweins stammt vom hohen Gehalt an nicht vergorenem Zucker, der durch diese Behandlung nicht mehr in Alkohol umgesetzt wird. Allerdings wurde damals vor allem der Vino de Lamego, benannt nach der Stadt Lamego, als Vorläufer des heutigen Portweins produziert. Bereits zu dieser Zeit gab es Handelsabkommen mit England, die im Gegenzug zu Weinlieferungen den Portugiesen Fischfangrechte vor den englischen Küsten einräumten. Begünstigt wurden die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern auch durch die schlechten Beziehungen zwischen Frankreich und England. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage der englischen Gesellschaft nach Wein, mussten Alternativen gefunden werden, nachdem die Lieferungen aus Frankreich ausblieben.
Den Portwein, wie wir ihn heute kennen und lieben, ist aber erst im ausgehenden 17. Jahrhundert aufgrundportwein der Vorliebe der Engländer für schwere und süße Weine, mit einem hohem Gehalt an Tannine entstanden. Daneben musste der edle Tropfen lagerfähig sein, wenn er unbeschadet in England ankommen und dort den wachsenden Bedarf an Wein decken sollte. Vor allem die bessere Lagerfähigkeit des Weines war wohl der Grund für die Beigabe des Branntweins während der Reifungsphase des Weines. Die Transportschiffe der damaligen Zeit, Rabelo genannt, sind noch heute vielerorts bei historischen Regatten zu bewundern. Verschifft wurde der Portwein meist in Fässer und wurde erst nach der Ankunft der Schiffe am Bestimmungsort in Flaschen abgefüllt.

Um die Qualität des Weines aus dem Douro-Tal zu sichern, wurden im 18. Jahrhundert aufgrund der Initiative von dem damaligen 1. Minister von Portugal, Marquês de Pombal, eine Gesellschaft gegründet, mit dem erklärten Ziel, Kriterien und Rahmenbedingungen für den Weinabbau festzulegen und eine Art Qualitätseinstufung vorzunehmen.

Noch immer ist die Bezeichnung „Portwein“ handelsrechtlich geschützt. Nur Wein, der das offizielle Siegel des Instituto do Vinho de Porto trägt, ist echter Portwein aus dem Gebiet des Douro-Tals.